Niklas Goldbach, 2026

For the Ages

Im Rahmen der Manifesta 16 Ruhr in Auftrag gegeben, wurde For the Ages (2026) im Pumpwerk Gelsenkirchen, vierzig Meter unter der Erde, und im Deutschen Bergbau-Museum Bochum gedreht. Das Werk stellt zwei verborgene Hinterlassenschaften des Steinkohlenbergbaus einander gegenüber: die Infrastruktur, die ehemalige Bergbauregionen vor Überflutung schützt, und die Skulpturen idealisierter Körper, die einst die Mythologie der tief unter Tage verrichteten Arbeit verkörperten.

Im Zentrum der Arbeit steht das Konzept der „Ewigkeitsaufgaben“: das dauerhafte Abpumpen und Management des Grubenwassers, das nach der Schließung der Zechen notwendig bleibt. Unsichtbar und doch unverzichtbar ist diese Infrastruktur zu einer permanenten technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Verantwortung geworden, die ehemalige Bergbauregionen lange nach dem Ende des Bergbaus bewohnbar hält.

Goldbach kombiniert Aufnahmen des unterirdischen Pumpwerks mit ruhigen, beinahe zärtlichen Einstellungen erotisierter Bergarbeiterfiguren und unterläuft so die heroische Ikonografie industrieller Arbeit durch einen Blick, der Monumentalität zugleich intim und vieldeutig erscheinen lässt. Die Darstellung des männlichen Körpers erinnert an die Bildsprache klassischer Skulptur und deren spätere Aneignung durch Machtregime des 20. Jahrhunderts, in denen der idealisierte Körper zum Träger politischer Mythen wurde.

Unterlegt mit einer sich wiederholenden Karaoke-Version von Herbert Grönemeyers Bochum (1984), der inoffiziellen Hymne des Ruhrgebiets, verschränkt die Arbeit diese beiden Hinterlassenschaften zu einer gemeinsamen visuellen und klanglichen Landschaft.

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For the Ages
Niklas Goldbach
2026
1/3+1 AP
1-Kanal-Video, Farbe, 5.1 Surround
16:9, 13 Min. 40 Sek.