Dani Gal, 2012

September is The New Black

In September is The New Black arbeitet Dani Gal mit der exzessiven Medienberichterstattung über einen der ikonischsten Terroranschläge, der sich während der Münchner Olympischen Spiele 1972 ereignete. Mehr als zehn Filme, sowohl Spielfilme als auch Dokumentarfilme, haben dieses Ereignis nachgestellt. Das Werk untersucht den Mechanismus der Nachinszenierung historischer Ereignisse mit filmischen Mitteln und betont dabei verschiedene Perspektiven darauf, wie Verwirrung über die verschiedenen Rollen und ihre Bewertung bei diesem Ereignis entsteht.

Das Video zeigt alle Filme mithilfe von Transparenzen übereinandergelegt. Die Filme zeigen das Ereignis in chronologischer Reihenfolge und zeigen daher identische Szenen des Ereignisses, die jedoch in jedem Film unterschiedlich dargestellt werden, und dieselben Charaktere sehen sich nur ähnlich.

Die Überlagerung weist auf die Lücke zwischen dem Ereignis selbst, seiner Darstellung durch Medien in Film und Fernsehen und zwischen den einzelnen Darstellungen hin. Keiner der Filme erzählt exakt dieselbe Geschichte; es herrscht Verwirrung darüber, wer wer ist und wer was während des Ereignisses getan hat. Dieser Effekt entsteht nicht nur aufgrund unterschiedlicher Interpretationen des Ereignisses oder mehrerer Versionen, sondern auch wegen Verpflichtungen gegenüber Medienstandards und Produktionswerten.

Register (FL//049)

September is The New Black
Dani Gal
2012
10/40+10
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
720px x 576px, 37 Min. 23 Sek.