Error
In seinem Film Error richtet Shingo Yoshida seinen Blick auf eine Störung einer Straßenlaterne am Alexanderplatz: Das rhythmische Flackern wirkt beinahe inszeniert. Diese Fehlfunktion, jene Momente, in denen das Licht erlischt, markiert ihre Präsenz. Paradoxerweise zeigt sie sich nur, indem sie plötzlich verschwindet.
Yoshida verknüpft diesen merkwürdigen öffentlichen Vorfall, der sich Nacht für Nacht vor seinem Atelier ereignet, mit einer stillen persönlichen Reflexion über die eigene entfremdete Präsenz inmitten eines städtischen Umfelds, in dem ein überwältigendes Netz aus Funktionalität versucht, uns zu leiten, damit wir nicht im Dunkeln tappen müssen.
Dies verbirgt letztlich jedoch eine latente Zerbrechlichkeit und Absurdität, die wie ein flehentlicher Morsecode aufblitzt, dabei aber unbemerkt bleibt und beinahe vergessen wird. Indem Yoshida seine Reaktion auf dieses Phänomen auf das Fensterglas seines Ateliers projiziert, eröffnet er einen Dialog zwischen den beiden Objekten – der Lampe und ihrer Darstellung – und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diese Zerbrechlichkeiten.
Register (FL//036)
Error
Shingo Yoshida
2013
10/40+10
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1920px x 1080px, 11 Min. 15 Sek.