Calla Henkel and Max Pitegoff

THEATER

12. September – 14. Dezember 2024

Fluentum präsentiert THEATER, eine Einzelausstellung des Künstlerduos Calla Henkel und Max Pitegoff, die Live-Performance im Zeitalter radikalen Wandels reflektiert. THEATER markiert den Beginn ihres neuesten Langzeitfilms, dessen erste drei Episoden von Fluentum in Auftrag gegeben wurden.

Calla Henkel und Max Pitegoffs neuer Film THEATER spielt im und wurde gedreht am New Theater Hollywood in Los Angeles, dem Black-Box-Theater, das die beiden seit Januar 2024 betreiben. THEATER verbindet Fiktion und Aufführungsdokumentation und nutzt Aufnahmen aus Proben der am New Theater Hollywood inszenierten Produktionen, um eine Erzählung rund um eine Figur namens Kennedy aufzubauen, gespielt von der Filmemacherin Leilah Weinraub, die nach einem Autounfall und einer anschließenden Vergleichszahlung ein Theater mit fünfzig Plätzen kauft. In den ersten drei Episoden des Films, die bei Fluentum Premiere feiern, zieht Kennedy in das Theater ein und versucht, ein Ensemble aufzubauen. In ihrem Wunsch nach Gemeinschaft begegnet sie der sektenartigen Macht, die es braucht, eine Gruppe zusammenzuhalten, und der unbeugsamen Hoffnung auf Transformation durch Ruhm – heimgesucht von Streiks, Geistern, Ausbeutung und der wahnsinnigen Realität, inmitten der Ambitionen anderer zu leben.

Für ihre Einzelausstellung bei Fluentum knüpft das Künstlerduo seine Aktivitäten an seine frühere Basis in Berlin – mit seiner fortlaufenden Fotoserie Casts (2018–), die Porträts vergangener und gegenwärtiger Mitwirkender zusammenführt, dokumentiert von Henkel und Pitegoff in ihrer Doppelrolle als fiktionale Figuren und reale Individuen. Eng gehängt und immer wieder neu konfiguriert, bilden die Fotografien Ensembles, aus denen ein vielfältiges Erzählpotenzial entsteht.

THEATER folgt unmittelbar auf Henkel und Pitegoffs letzten Film Paradise (2020–2022), der über drei Jahre in der TV Bar gedreht wurde, der Bar, die sie in Berlin-Schöneberg betrieben. Beide Filme leben von der unvorhersehbaren Energie dieser Orte und der Menschen, die sie bevölkern; sie lassen gelebte Erfahrungen die Erzählungen der Filme leiten und stellen dabei grundlegendere Fragen zu Dokumentation, der Performance von Arbeit und kollektivem Gedächtnis. Wie Paradise ist THEATER auf 16mm-Film gedreht und via Untertitel erzählt, entfaltend sich irgendwo zwischen Langgedicht und Fotografie, mit einer Musik von MK Velsorf. Episodisch in seiner Form, werden neue Teile von THEATER weiterhin entstehen, solange das New Theater Hollywood in Betrieb bleibt.

Kuratiert von Dennis Brzek und Junia Thiede.

Installationsansichten © Stefan Korte.