Patricia L. Boyd, Jason Hirata, Nina Könnemann, Michael E. Smith, Matt Welch

Live Stream

25. April – 27. Juli 2024

Parallel zur Gallery Weekend Berlin präsentiert Fluentum die Gruppenausstellung Live Stream, die Videos, Skulpturen und Installationen versammelt, die in einen Dialog mit dem Ausstellungsraum und seinen spezifischen Geschichten und seiner Materialität treten. Live Stream nimmt die Form eines offenen Austauschs mit fünf Künstlerinnen und Künstlern an, die eingeladen wurden, bestehende Werke in Auseinandersetzung mit dem Ort Fluentum anzupassen. Individuelle künstlerische Praktiken verwandeln die historische Architektur in ein weitverzweigtes Assoziationsnetz. Durch skulpturale Eingriffe in das Gebäude initiieren die Werke in Live Stream eine Neuorientierung von Perspektiven und emotionalen Zuständen, während vertraute Sichtachsen einer Aktivierung des gesamten Raums weichen.

Vor fast zehn Jahren begann die Umwandlung des Komplexes in ein Wohngebiet – eine Konversion, die sich über die ideologische Architektur legt und sie langfristig beeinflusst und verändert. Die Ausstellung Live Stream stellt daher das Private und das Öffentliche, das Häusliche und das Politische, die Gegenwart und die Vergangenheit gegenüber. Wie der augenzwinkernde Titel andeutet, aktivieren die gezeigten Werke die Starrheit des Ortes wie ein Lebensstrom und spiegeln die spezifischen Einschreibungen von Menschen in die formale Abstraktion des politischen Materialvokabulars.

Das bewegte Bild und seine Technologien erscheinen allgegenwärtig, doch ihre stille Abhängigkeit von physischen Medien wird oft übersehen. Indem sie (imaginäre) Räume, Infrastrukturen und Architektur darstellen und abtasten, heben die Werke in Live Stream die materiellen Bedingungen des Zeigens hervor. In Skulpturen und Videoarbeiten von Michael E. Smith verwandeln subtile und verschmitzte Eingriffe das monumentale Gebäude in formbares Material, während Jason Hirata sich auf die sozialen Dimensionen des Ausstellungsmachens konzentriert. Eine von der Decke hängende Skulptur von Patricia L. Boyd, gefertigt aus alten Dielen, nutzt den Treppenhausschacht des Gebäudes. Matt Welchs Installation, bestehend aus einer kinetischen Skulptur, Video und Ton, verbindet den immateriellen Raum des Videos und seine affektiven Qualitäten mit dem beunruhigend heimelig wirkenden Wohngebiet rund um Fluentum. Nina Könnermanns Filme beobachten den öffentlichen Raum und brechen die Banalität des Alltags an seinen Rändern auf.

Live Stream wird kuratiert von Dennis Brzek und Junia Thiede.

Installationsansichten © Stefan Korte.