Number nine, the day I didn't turn with the world
Für Number nine, the day I didn't turn with the world stand Guido van der Werve genau 24 Stunden lang auf dem Nordpol. In Schwarz gekleidet und scharf kontrastierend mit dem strahlend blauen Himmel wie mit der endlosen weißen Eisscholle um ihn herum, rahmen die acht Minuten und vierzig Sekunden Zeitrafferaufnahmen des Films den Künstler als menschliche Stecknadel auf dem Gipfel der Welt. Während die Erde sich in eine Richtung dreht, dreht sich van der Werve langsam in die entgegengesetzte, um die Bewegung des Planeten auszugleichen.
Die Musik—eine romantische Klavieretüde, komponiert von van der Werve selbst—verleiht der Szenerie eine entschieden melancholische Stimmung. Auf ernsthafte, doch tragikomische Weise zeigt Number nine den Versuch, sich buchstäblich gegen die Welt zu „wenden"—die größtmögliche Geste menschlicher Autonomie, eine zum Scheitern verurteilte Geste. Wenn die Welt nicht aufhört, sich zu drehen, dann versuche ich wenigstens, für einen Tag innezuhalten.
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Number nine, the day I didn't turn with the world
Guido van der Werve
2007
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1920px x 1080px, 8 Min. 40 Sek.