Overground
Overground wird von der Decke eines dunklen und hohen Raums auf eine transparente Leinwand projiziert, die in einer Höhe von etwa 2,5 Metern horizontal schwebt. Darunter stehend blickt man nach oben auf eine gefilmte Wasseroberfläche, in die plötzlich eine voll bekleidete Person springt, mit Armen und Beinen um sich schlagend und nach Stabilität ringend.
Das Erleben des Videos enthüllt sich von Anfang an und zunehmend im Verlauf als Zumutung. Allein der ununterbrochene Aufwärtsblick erfordert eine ungewohnte Anstrengung. Die Tatsache, dass man von unten in ein Gewässer nach oben und innen blickt, dessen Menge und Ausdehnung nicht zu bemessen sind, verstärkt das Unbehagen. Schließlich erscheinen die unaufhörlichen, unbestimmten Geräusche, die laut und hart vibrieren, bedrückend.
Diese Geräusche verändern sich, sobald in Abständen von etwa zwei Minuten weitere Personen ins Wasser springen, wodurch das Ereignis noch dichter, lebendiger und komplexer wird. Je mehr Menschen im Wasser um sich schlagen und nach Stabilität greifen, desto weniger hart und intensiv wird die klangliche Begleitung. Sie basiert auf computergenerierten Tönen und verstärkt den massiven Druck, der vom Wasser ausgeht; visuelle und akustische Auslöser ergänzen und steigern sich so gegenseitig.
Register (FL//042)
Overground
Marcellvs L.
2008
2/5+2
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1024px x 768px, 13 Min. 36 Sek.