Mumble
Mumble basiert auf ausgewähltem Filmmaterial aus etwa zwanzig verschiedenen Spielfilmen aus unterschiedlichen Zeiten, Genres und Techniken. Das Originalmaterial wird zu einem absurden Ganzen verschmolzen, das in erster Linie durch Bewegung angetrieben wird, sei es der Kamera oder des Motivs vor dem Objektiv. Der Film ist so geschnitten, dass er mit dem Erzähltext gleichen Titels zusammenwirkt, in dem eine Stimme mit sich selbst spricht und dabei einen inneren Kampf offenbart, den eigenen Körper zu lokalisieren. Mumble wurde als 145-seitiges Gedicht konzipiert, das ursprünglich 2011 bei Onestar Press in Paris erschienen ist. Das Drehbuch für den Film ist eine überarbeitete Fassung des Gedichts. Die Stimme gehört der Schauspielerin Petronella Barker.
Der Film verdreht das Verhältnis zwischen Zeit und Ereignissen sowie zwischen Text und Bild. Die Verzerrung der Zeitlichkeit zeigt sich durch die wiederholte Verwendung desselben Filmmaterials, das zum Zusammenbruch einer linearen Erzählung führt. Ereignisse werden erzählt und immer wieder erzählt, Bilder tauchen auf und tauchen wieder auf, als ob alles gleichzeitig geschähe. Dies gilt auch für das Erzählte, bei dem die monotone Stimme einen minimalistischen und repetitiven Text rezitiert, der den Eindruck erweckt, dass etwas im Begriff ist zu geschehen, das in Wirklichkeit jedoch überhaupt nicht beginnt.
Register (FL//039)
Mumble
Vibeke Tandberg
2014
10/40+10
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1920px x 1080px, 19 Min. 42 Sek.