Like a Palace
Das Stummvideo fügt locker eine Reihe von Szenen aus verschiedenen historischen Epochen (Steinzeit, Antike, Zukunft, Biedermeier) zusammen, in denen unpassendes Personal auf einer undurchsichtigen Suche durch Zeit und Raum agiert. Die Zeitlinie, die diese Epochen überspannt, ist ebenso inkohärent wie sie Kinoformeln wie Charakterentwicklung, Handlung und Stringenz der Erzählung verzerrt und verwischt. Dennoch streben die Kulissen, fast alle in Callies, Berlin-Wedding, gebaut, in Bezug auf Bühnenbild und Kostüme nach einem immersiven Hintergrund für jedes Kapitel. Teils im Kontrast zur Untertitelung zielen diese Kulissen darauf ab, mit selbstgebauten, veralteten Spezialeffekten (Cloudtank, Modellbau, Green Screen, künstliche Felsen) alles so „richtig" wie möglich aussehen zu lassen.
Die wenigen Motive, die es gibt (Verhaltensregeln, Haushaltsführung, Depression), würden am meisten Sinn ergeben für einen persönlichen Rückblick auf der Suche nach entscheidenden Momenten im Nebel der vergangenen Jahre. Momente, die die Idee von Freundschaft, von einer Gemeinschaft, einem gemeinsamen Antrieb, einer verlorenen Sache stützen würden – alle so verletzlich und verblassend wie die Fiktion, zu der sie einst gehörten. — Peter Wächtler
Register (FL//072)
Like a Palace
Peter Wächtler
2022
1/5+1
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1920px x 1080px, 33 Min. 35 Sek.