Lament, Song for Transitions
Klagen ist eine uralte mündliche Tradition, die Singen und Weinen verbindet. Auf der ganzen Welt sangen – und singen – Frauen diese Lieder traditionell in Übergangsmomenten des Lebens, wie bei Beerdigungen und Hochzeiten, beim Abschied eines geliebten Menschen, der in den Krieg zieht, oder einfach um die Härten des Lebens zu beklagen. Das Klageritual dient dazu, Trauer und Schmerz auszudrücken, Verletzungen und Traumata zu heilen und die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, um in die Zukunft voranzuschreiten.
Lament, Song for Transitions entstand nach einem Workshop, den die Künstlerin während ihres Aufenthalts in Suomenlinna, Helsinki, Finnland, im Jahr 2010 organisierte und zu dem die Klagesängerin Pirkko Fihlman eingeladen wurde, um die fast vergessenen karelischen Klagetechniken zu lehren.
In das Video ist Filmmaterial einer Nachstellung eingearbeitet, die Finnlands ersten ethnologischen Film bildete: Häidenvietto Karjalan runomailla (Eine Hochzeit im karelischen Sangesland), 1921 von A. O. Väisänen und U. T. Sirelius. Ein Teil des Workshops fand im karelischen Pentinotsa-Haus im Freilichtmuseum Seurasaari in Helsinki statt. Im Video werden verschiedene Arten von Videoübergängen wie Schnitt, Überblendung, Wischblende, Mischung, Auflösung und Kreuzblende verwendet, um von einer Einstellung zur nächsten zu wechseln. Anstatt jedoch eine glatte lineare Geschichte zu erzählen, werden diese Übergänge zu einem wichtigen Element des Videos, das den Fokus auf die Räume oder Momente zwischen verschiedenen Situationen und Orten lenkt.
Register (FL//037)
Lament, Song for Transitions
Mathilde ter Heijne
2014
10/40+10
1-Kanal-Video, Farbe, Stereo
1440px x 1080px, 6 Min. 36 Sek.