Lucia Koch, 2023

Kombucha

Lucia Koch nutzt Fotografie, um die Grenzen von Architektur zu erkunden. In ihrer spielerischen Serie Fundos (2001–fortlaufend) fotografiert die Künstlerin die Innenseiten leerer Schachteln und erzeugt dabei desorientierte und unheimliche Bilder, die lebensgroßen Räumen ähneln. Anstatt die Schachtel in ein Haus zu verwandeln, erforscht sie, wie die Schachtel bereits ein Haus ist.

Mit Perspektivspiel entsteht beim Aufhängen dieser Bilder an einer Wand der Eindruck, den Raum zu erweitern, in dem sie sich befinden. Koch experimentiert auch mit dem Maßstab, wobei das typischerweise Kleine enorm wird und bewohnbar zu werden scheint, was die Frage aufwirft, was Raum zu einem Ort macht und die Normen, die unsere räumlichen Erwartungen und Erfahrungen bestimmen, entwurzelt.

Die erste Inspiration für die Serie stammt aus Kochs persönlicher Erfahrung: „Als ich zum ersten Mal eine eigene Wohnung hatte, besaß ich fast keine Möbel, also stapelte ich Pappkartons, um meine Sachen aufzubewahren, wie ein Regal. Ich fand mich dabei, sie viel anzusehen. Damals machte ich Videos und hatte diese Erkenntnis: dass Video alles flach macht, und ich wollte diesen Mangel an Tiefe nutzen. Ich dachte immer wieder daran, Bilder von den Böden von Dosen, Flaschen und Schachteln zu machen."

Register (FL//074)

Kombucha
Lucia Koch
2023
2/3+1
Fotografie, Druck auf Baumwollpapier
248cm x 186cm