Autofiction
Moritz Hirschs Arbeit Autofiction ist eine Videoinstallation – genauer gesagt ein echter historischer Fiat 132, den der Künstler mehrere Jahre lang besaß, bevor er ihn zwischen 2004 und 2012 in ein Kunstwerk verwandelte. In drei verschiedenen statischen und dynamischen Szenarien filmte Hirsch sich selbst von der Motorhaube des Wagens aus, während er darin saß und ihn fuhr.
In der finalen Installation dient das Auto selbst als Black Box. Das Video wird von hinten auf die Windschutzscheibe projiziert und erzeugt die Illusion, dass jemand im Auto sitzt. Die Betrachtenden können die Bewegungen des Fahrers verfolgen, während er schläft, isst und tatsächlich fährt – doch das Auto bleibt dabei stets stationär.
Bevor das Werk in die Fluentum-Sammlung aufgenommen wurde, zeigte Hirsch das Auto an verschiedenen öffentlichen Orten, mitunter über mehrere Tage hinweg. So erzeugte er die Illusion eines am Straßenrand geparkten Autos, das seine Geschichten den Vorbeigehenden präsentierte, die im Allgemeinen nicht darauf vorbereitet waren, ein Kunstwerk zu sehen.
Register (FL//010)
Autofiction
Moritz Hirsch
2004-2012
Einzelstück
1-Kanal-Videoinstallation, Fiat 132, Farbvideo, Stereo
443cm x 165cm x 144cm, 78 Min. 50 Sek.